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Zum Artikel: Mietnomaden 11.09.2017

Mietnomaden

Magazin: Immobilien zur Kapitalanlage
Michael Lengries

Mietnomaden sind etwas, was sich kein Vermieter wünscht. Der Vermieter spart und schafft sich eine Immobilie als Kapitalanlage an, um über einen dauerhaften, beständigen Wert als Altersvorsorge zu verfügen. Kaum geht er mit den ersten Mietern ein Mietverhältnis ein, wird er bitter enttäuscht. Seine vermeintlich sichere Kapitalanlage wird genutzt, aber er selbst zieht keinen Nutzen aus ihr, da die Mieter den Mietzins nicht zahlen.

Von Beginn an halten sich die Mietnomaden nicht an Ihre Pflichten aus dem Mietvertrag, insbesondere leisten sie keine Mietzinszahlungen. Es kommt zu einem Mietausfall. Zuletzt ziehen sie aus der vermieteten Wohnung bei Nacht und Nebel aus und der Vermieter bleibt auf den Mietschulden der Mieter hängen.

Was sollte der Vermieter nun tun, um eine derartige Situation zu verhindern oder zumindest den Schaden vorsorglich zu minimieren? Ihm stehen zwar die Mietrechte der Mängelbeseitigung, der Minderung oder des Schadensersatzes zu, auch hat er einen Anspruch auf die Mietzinszahlungen, jedoch bringen ihm diese faktisch nichts, da die Mieter nicht aufzufinden sind und von einer Wohnung in die andere umziehen.

Eine Möglichkeit, das Risiko eines vollständigen Mietausfalls zu minimieren, besteht in der Bildung eines Mietpools. Es handelt sich um eine sogenannte Mieteinnahmegemeinschaft, einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GBR). Der Vorteil ist, dass trotz eines möglichen Mietausfalls im Falle von Mietnomadentum Mieteinnahmen erfolgen. Das Risiko des Leerstands einer Wohnung eines bestimmten Vermieters wird auf diese Weise auf die Gemeinschaft verlagert. Der Vermieter der Mietnomaden zahlt zwar regelmäßig in den Mietpool ein, erhält aber bei Mietausfall dennoch weiterhin Mieteinnahmen.

Man kann den Mietpool auch als eine Art Solidargemeinschaft betiteln. Ein klassischer Einzahlungswert bei einer durchschnittlichen Eigentumswohnung (ETW) beläuft sich auf EUR 25,-.

Dieser Mietpool wird für die Vermieter ganz bequem durch einen Verwalter gemanagt. Der Vermieter sichert auf diese Weise seinen Wert ab, da er nicht alleine das gesamte Risiko trägt.

Die Gemeinschaft kümmert sich.

Dennoch hindert das den Vermieter natürlich nicht daran, seine Mietrechte außergerichtlich sowie gerichtlich zu verfolgen, um seine Ansprüche auf die Mietzinszahlungen doch noch durchzusetzen.



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