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Zum Artikel: Der Mietercheck 9. Oktober 2013

Der Mietercheck

Magazin: Immobilienstandort
Stefan Schreiber

Eine Eigentumswohnung gilt bekanntlich als eine verhältnismäßig sichere Geldanlage. Ob als Einkommenszuschuss oder als Form der Altersvorsorge: als Vermieter sollte man monatlich mit einem festen Betrag rechnen können. Doch was, wenn die Miete ausbleibt?

Jeder Eigentümer kennt die Angst vor Mietnomaden, auch Mietpreller genannt. Sie sind waschechte Betrüger, die von vornherein nicht beabsichtigen, die Miete nachhaltig oder überhaupt zu zahlen. Sie kennen rechtliche Schlupflöcher und nutzen alle erdenklichen Verzögerungstaktiken, um sich gratis einzunisten. Doch bevor sie überführt werden können, verschwinden sie und hinterlassen dabei oft eine demolierte, verschmutzte Wohnung, was zusätzliche Kosten für den Eigentümer nach sich zieht und obendrein die Weitervemietung verzögert. Aus einer Studie der Forschungs­stelle für Immobilienrecht an der Universität Biele­feld aus dem Jahre 2010 geht hervor, dass es im Schnitt 15 Monate dauert, bis die Betrüger aus der Wohnung geklagt sind. Laut dieser Studie zu Mietnomaden muss jeder vierte Betroffene Schäden von über 10.000 € verkraften. Privaten Vermietern droht in einer solchen Situation die Schuldenfalle und die vermeintlich sichere Altersvorsorge ist in Gefahr. Ein Horrorszenario eines jeden Eigentümers.

Wie sollte man sich also verhalten, damit die Eigentumswohnung eine Einkommensquelle bleibt?

Bei der Auswahl des Mieters ist Vorsicht geboten. Leider sind Mietnomaden häufig nicht als solche zu erkennen. Wichtig ist, den potentiellen Mieter persönlich kennenzulernen und sich dabei nicht nur auf den eigenen Instinkt zu verlassen, da Äußerlichkeiten täuschen können. Die persönlichen Daten und die aktuelle Anschrift sollten unbedingt überprüft werden. Sind die Angaben korrekt, kann mittels dieser Daten eine Kreditauskunft angefordert werden. Diese Informationen geben Aufschluss über die Zahlungsmoral des potentiellen Mieters und legen eventuelle Mahnbescheide oder Haftbefehle dar. Diese Auskünfte kosten Gebühren (ca. 30 €), können aber vor weitaus größeren Schäden schützen. Außerdem ist es ratsam, Gehalts- und Einkommens­nach­weise vor Abschluss des Miet­vertrages zu verlangen.

Leider kann sich ein Vermieter nie hundertprozentig sicher sein, nicht an Mietpreller zu geraten. Es gibt jedoch Möglichkeiten, sich soweit abzusichern, dass man als Eigentümer im Falle eines Betrugs keinen finanziellen Schaden davonträgt. Dies gelingt, indem man in eine Systemimmobilie investiert. Hier investiert man nicht nur in die Wohnung selbst, sondern gleichzeitig in einen Mietpool, aus dem die Kosten zuverlässig gezahlt werden, falls die Miete – aus welchen Gründen auch immer – ausfallen sollte. Eine Möglichkeit für jeden Anleger, der bei der Vermietung auf Nummer sicher gehen möchte.



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